Enrique H. Prat
6.11.1943 – 20.5.2026
Im Alter von 82 Jahren starb unser Prof. Dr. Enrique H. Prat in der Nacht auf am 20. Mai im Beisein eines Priesters des Werks im CS Hospiz Rennweg. Die Krankheit der letzten Jahre hat er tapfer getragen, praktisch bis zuletzt ein normales Leben geführt und seine Freude, seine innere Energie und seinen apostolischen Eifer bewahrt. Seine Beisetzung findet am xy Juni um 11.00 Uhr am Friedhof in Nussdorf statt, die Seelenmesse am selben Tag um 17.00 Uhr in der Peterskirche.

"Ein charismatischer Mensch, der in seinem Apostolat Unglaub-liches geleistet hat. Ich habe ihm viel zu verdanken!"
Geboren in Barcelona in eine angesehene katalanische Familie, studierte er Nationalökonomie, Soziologie und Philosophie in Madrid. Dort schloss er sich als junger Mann dem Opus Dei an.
1967 kam er nach Österreich und stellte sein Leben ganz in den Dienst der apostolischen Arbeit. Über Jahrzehnte war er maßgeblich am Aufbau der Bildungsarbeit des Opus Dei in Mitteleuropa beteiligt. Zudem war er Mitgründer des Bioethik-Instituts Imabe und des Flüchtlingsvereins Amal zur Unterstützung syrischer Christen in Wien.
Mit seiner Klugheit, seiner Energie und Zielstrebigkeit, die er mit Humor und Herzlichkeit zu verbinden wusste, gewann er das Vertrauen vieler Menschen. Für viele wurde er zu einem väterlichen Freund und verlässlichen Begleiter. Er verstand es, Menschen zusammenzuführen, zu ermutigen und für große Aufgaben zu begeistern.
Nachrufe
In den Tagen nach seinem Tod erreichten uns unzählige Stimmen und Zeugnisse von Freunden und Bekannten des Verstorbenen. Dazu gab es auch einige Nachrufe.
Nachruf des IMABE-Instituts
IMABE trauert: Mitbegründer Enrique Prat nach langer Krankheit verstorben
Am 20. Mai 2026 ist Prof. Dr. Enrique H. Prat de la Riba im Alter von 82 Jahren in Wien verstorben. Mit ihm verliert IMABE seinen Gründer, langjährigen Generalsekretär und wissenschaftlichen Wegbegleiter – einen der prägenden Köpfe der Bioethik im deutschsprachigen Raum.
Enrique H. Prat de la Riba wurde am 6. November 1943 in Spanien geboren. Er studierte Nationalökonomie, Soziologie und Philosophie an der Universität Madrid, absolvierte Studienaufenthalte in Wien, Köln und London und wurde 1977 in Madrid promoviert. Seit den frühen 1960er Jahren in Österreich tätig, war er 1987 Gründungsmitglied von IMABE und blieb dem Institut bis zuletzt verbunden: von 1988 bis 2023 als Generalsekretär, danach als Senior Advisor. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg hat er das Profil des Instituts als interdisziplinäre, unabhängige Stimme in der medizinischen Ethik entscheidend mitgeformt.
Ein breites wissenschaftliches Werk
Prat veröffentlichte zahlreiche Bücher und Artikel, stets an der Schnittstelle von Medizin, Philosophie und Gesellschaft. Zu seinen wichtigsten Buchpublikationen zählen der von ihm gemeinsam mit Johannes Bonelli herausgegebene Band Leben – Sterben – Euthanasie? (Springer Verlag, 2000) sowie Ärztliche Aufklärungspflicht und Haftung (Springer Verlag, 1998, mit Theo Mayer-Maly). Daneben edierte er Kurswechsel oder Untergang. Die ökologische Rettung der Natur (Peter Lang, 1994) sowie Ökonomie, Ethik und Menschenbild (Fassbaender Verlag, 1993). Bis zuletzt offen für Innovationen entwickelte er gemeinsam mit Informatikern der TU Wien einen Symptom-Score, der gestützt durch KI den Sterbeprozess bei Pflegeheimbewohnern besser einschätzen hilft (HeilberufeScience, Springer 2024).
In der Zeitschrift Imago Hominis, deren Mitherausgeber er war, erschienen über die Jahre Dutzende Beiträge aus seiner Feder – zu Themen wie Patientenautonomie, Sterbehilfe, Stammzellforschung, Pharmaindustrie und Demenz. Er schrieb regelmäßig für die Österreichische Ärztezeitung, Die Presse, die Wiener Zeitung und Die Tagespost. Zuletzt erschien am Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 seine Analyse "15 ethischen Fragen zur Corona-Krise" in Imago Hominis.
Lehre und internationale Vernetzung
Zeit seines Lebens war Prat ein geschätzter Gesprächspartner auf akademischen Boden, im regen Austausch mit Universitätsprofessoren und Fachexperten aus dem In- und Ausland. Mit vielen von ihnen verband ihn auch eine tiefe Freundschaft. Sie schätzten an ihm nicht nur seine intellektuelle Brillanz, sondern auch seinen Humor und seine herausragende menschliche Redlichkeit.
Als Gastprofessor lehrte Prat Ethik im Gesundheitswesen an der Paris Lodron-Universität Salzburg (2009 und 2011) und an der Universität Linz (Wintersemester 2008/09). Von 2005 bis 2011 war er Mitglied des Instituts für Public Health der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und seit 2007 Mitglied des internationalen Beirats der IESE Business School in München. Auf internationalen Kongressen vertrat er IMABE als Stimme des deutschen Sprachraum in der Bioethik.
Einsatz über die Wissenschaft hinaus
Prat beschränkte sich nicht auf akademische Arbeit. Er war Mitgründer des Vereins AMAL (arabisch: Hoffnung), der sich zwischen 2015 und 2020 mit rund 150 Ehrenamtlichen für die Integration geflüchteter syrischer Familien in Wien einsetzte und mehr als 650 Menschen begleitete.
IMABE verdankt Enrique Prat seinen institutionellen Aufbau, seine wissenschaftliche Stimme und sein gesellschaftliches Gewissen. Wir werden ihn in tiefer Dankbarkeit in Erinnerung behalten.







